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Der Pfandbrief - verlässliche Refinanzierung und gesuchtes Investment

Die Austrocknung der Märkte für Mortgage Backed Securities (MBS) und die erhöhten Aufschläge, die Investoren für unbesicherte Bankschuldverschreibungen seit der Ausbreitung des „Subprime-Virus“ verlangen, erschweren auch deutschen Kreditinstituten den Zugang zu Kapital bzw. verteuern ihn erheblich.

Die Situation der Pfandbriefemittenten unterscheidet sich jedoch maßgeblich von der anderer Banken. So haben diese Institute mit dem Pfandbrief jederzeit zu günstigen Konditionen Zugang zum Kapitalmarkt. Denn die besondere Sicherheit des Pfandbriefs und seine hohe Marktdurchdringung machen ihn auch in stürmischen Zeiten zu einem sicheren Hafen für Anleger.

Pfandbrief stützt Bankenliquidität

Pfandbriefe weisen eine makellose Kredithistorie auf. Der Ausfall eines Pfandbriefs wurde seit Inkrafttreten des Hypothekenbankgesetzes, dem Vorläufer des Pfandbriefgesetzes,  vor über 100 Jahren nicht verzeichnet. Angesichts der im In- und Ausland anerkannten Bonität der Pfandbriefe können die Emittenten deshalb anders als bei Mortgage Backed Securities auch in schwierigen Zeiten Liquidität aufnehmen. Der Pfandbriefmarkt als „Markt der letzten Instanz“ mobilisiert Liquidität, wo sie andernfalls nicht oder nur zu deutlich schlechteren Konditionen verfügbar ist.

Neben den sogenannten benchmark-Emissionen ab 1 Mrd. Euro (Jumbo Pfandbriefe) begeben Pfandbriefbanken zusätzlich in großem Umfang traditionelle Inhaberpfandbriefe und Namenspfandbriefe und stoßen damit auf stetige und hohe Nachfrage bei Investoren. Dafür sorgt die feste Verwurzelung und langjährige Tradition des Pfandbriefs bei Abnehmern aus Versicherungen, Banken, Pensions- und Investmentfonds am deutschen Markt. Allein in den Monaten August bis Dezember des Jahres 2007 – also nach Beginn der Subprime-Krise – haben die Pfandbriefbanken mit traditionellen Inhaberpfandbriefen und Namenspapieren 50 Mrd. Euro am Markt aufgenommen. Zusammen mit Jumbo Emissionen und Aufstockungen summierte sich dies auf 58 Mrd. Euro.

Bemerkenswert  ist, dass sich die Refinanzierungskosten in diesem Zeitraum gegenüber den ersten sieben Monaten des Jahres 2007 kaum erhöhten. So wurden Pfandbriefe im Mittel aller Laufzeiten weiter 10 Basispunkte unter Euribor gehandelt, während Verbriefungen und einige pfandbriefähnliche Produkte des Auslands (sogenannte Covered Bonds) Ausweitungen von 40 bis 80 Basispunkten hinnehmen mussten.


Dies alles ist ein Ergebnis der gesetzlichen Qualitätsanforderungen, des disziplinierten und investorenfreundlichen Emissionsverhalten der Pfandbriefbanken sowie einer einzigartigen Markt- und Produktpflege durch die Emissionshäuser, die ihre Kräfte in einem gemeinsamen Verband bündeln.

Pfandbriefgesetz schützt Anleger

Das Pfandbriefgesetz bietet Pfandbriefinvestoren ein engmaschig geknüpftes Sicherheitsnetz. Leitmotiv der gesetzlichen Grundlage für die Emission von Pfandbriefen ist das Prinzip des Anlegerschutzes. So dürfen nur Kreditinstitute, welche die strengen Anforderungen an eine Pfandbrieflizenz erfüllen, Pfandbriefe begeben. Die ausstehenden Hypotheken-, Schiffs- und Öffentlichen Pfandbriefe müssen durch Hypotheken-, Staats- und Schiffskredite mindestens gleicher Höhe gedeckt sein. Diese sogenannten Deckungswerte werden in separate Register eingetragen.  Im Insolvenzfall eines Emittenten sind die Ansprüche der Pfandbriefgläubiger durch ein Vorrecht an den in den Deckungsregistern eingetragenen Deckungswerten privilegiert. Das Pfandbriefgeschäft unterliegt der besonderen Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Zusätzlich zur laufenden Aufsicht auf Basis des Kreditwesengesetzes überwacht eine eigene Pfandbriefabteilung die Einhaltung der Bestimmungen des Pfandbriefgesetzes. Die Verpflichtung zur quartalsweisen Veröffentlichung wichtiger Kennzahlen der Deckungsmassen macht die Zusammensetzung der Deckungsmassen transparent und im Zeitablauf vergleichbar. Die durch das Pfandbriefgesetz bewirkte Standardisierung verleiht dem per Dezember 2007 rund 890 Mrd. €  schweren  Pfandbriefmarkt eine Tiefe, die nur vom Markt für Staatsanleihen übertroffen wird.

Konservative Kreditstandards schließen subprime aus

Der Bestand an wohnwirtschaftlichen Deckungswerten aus den USA lag zum Zeitpunkt des Ausbrechens der Subprime-Krise bei 200 Mio. € oder etwa  0,01% aller Deckungswerte der Hypothekenpfandbriefe. Die hohen Kreditstandards des Pfandbriefgesetzes verhindern, dass niedrige Kreditqualitäten ihren Weg in die Deckungsmassen der Pfandbriefemittenten finden können. Im Fall der Hypothekendarlehen sind nur 60% des nach konservativen Grundsätzen ermittelten Beleihungswertes der finanzierten Immobilien deckungsfähig und über den Pfandbrief refinanzierbar. Die Emittenten sind verpflichtet, bei der Gefahr von Preisverfällen zu überprüfen, ob der Wert der beliehenen Immobilien und Schiffe betroffen ist.

Im Fall von Staatsfinanzierungen sorgen strenge Auswahlkriterien für die nachhaltige Wertbeständigkeit der Deckungswerte. So können nur Forderungen gegen öffentliche Schuldner aus der Europäischen Union, den EWR-Staaten sowie den USA, Kanada, Japan und der Schweiz in Deckung genommen werden, wenn die staatliche Haftung unzweifelhaft besteht.

Fazit

Der Pfandbriefmarkt steht den Emittenten auch in Zeiten allgemeiner Verwerfungen an den Kredit- und Kapitalmärkten jederzeit offen. Die strengen Kreditstandards des Pfandbriefgesetzes verhindern, dass Subprime einen Weg in die Deckungsmassen der Pfandbriefemittenten findet.

Dank seiner gesetzlichen Qualitätsstandards, seiner Transparenz und seiner gut ausgeprägten Marktinfrastruktur ist der Pfandbrief zu einem international gefragten Kapitalmarktprodukt mit einem Umlaufvolumen von knapp 900 Mrd. Euro und zur Benchmark eines eigenständigen europäischen Covered Bond Marktes mit einem ausstehenden Volumen von knapp 2 Billionen Euro gereift.



Präsentation "Der Pfandbrief - ein Premiumprodukt" vom 26.02.2008


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